 |
 |
"Stop Violence Against Women - Promote
Health Rights For Women"
Frauenprojekte in Ruanda und im Irak
"Stop
Violence Against Women" - so lautet eine weltweit laufende
Kampagne von amnesty international. Die allgegenwärtige Gewalt
gegen Frauen ist ein Menschenrechtsskandal, dem jedoch in vielen
Gesellschaften mit mangelndem Interesse, Schweigen und Apathie begegnet
wird. ai fordert, Gewalt gegen Frauen zu verhindern, zu verfolgen
und zu bestrafen; Maßnahmen zur umfassenden Stärkung
von Frauen und ihren Rechten zu ergreifen; Gewalt von Frauen im
Namen von Religion, Tradition und Kultur zu verurteilen; umfassende
präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt an Frauen
zu ergreifen.
Das Aktionsnetz der Heilberufe von amnesty international betont
besonders den Zusammenhang von Frauenrechten und dem Recht auf Gesundheit.
Zwei Streiterinnen für die Menschenrechte stellen bei einer
Podiumsveranstaltung ihre Projekte für Frauen vor, die von
schweren Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Die erste Vortragende,
Esther Mujawayo, stammt aus Afrika und lebt und arbeitet heute in
Deutschland; die zweite Vortragende, Karin Mlodoch, ist Deutsche
und arbeitet seit vielen Jahren zeitweise im Irak. In der Veranstaltung
sollen diese beiden Erfahrungshintergründe verglichen werden.
Esther Mujawayo, geboren 1958 in Ruanda, ist Soziologin und überlebte
1994 in Kigali den Völkermord. "Es kam ein Moment, in
dem ich mir sagte: 'Wenn du überleben willst, Esther, musst
du dich dem widmen, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du
verloren hast'." Zusammen mit 50 Frauen, Witwen wie sie, gründete
sie die Organisation AVEGA
für die Opfer des Genozids. Inzwischen zählt AVEGA
35.000 Mitglieder. Esther Mujawayo arbeitete als stellvertretende
Landesrepräsentantin für Ruanda, Burundi und Ostkongo
bei der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam. Sie hielt Vorträge
auf vielen internationalen Konferenzen, arbeitete bei TV-Dokumentationen
mit und schrieb zwei Bücher. Heute arbeitet sie als Psychotherapeutin
mit traumatisierten Flüchtlingen im Psychosozialen
Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf.
Karin Mlodoch, geboren 1958 in Essen, ist Psychologin und Projektkoordinatorin
des Vereins HAUKARI, zur Förderung
der Verständigung mit dem Irak (www.haukari.de). Ein Schwerpunkt
von HAUKARI ist die Arbeit mit
Opfern politischer Gewalt. Zudem werden soziale Basisprojekte unterstützt,
insbesondere im Bereich Frauenförderung und Gesundheitswesen.
Karin Mlodoch ist seit 16 Jahren im Irak in der psychosozialen Praxis
tätig. Auf einem Vortrag bei der ai-Jahresversammlung 2003
sagte sie: "Über 180 000 Menschen aus den kurdischen Gebieten
im Irak sind während der sog. 'Anfal-Operationen' der irakischen
Armee gegen kurdische Dörfer 1988 'verschwunden'. Die Anfal-Überlebenden
und insbesondere die alleinstehenden Frauen unter ihnen brauchen
psychosoziale Beratung und Beistand, sie benötigen politische,
materielle und rechtliche Hilfe, um ihre Forderungen nach Aufklärung,
Gerechtigkeit und Entschädigung durchzusetzen. Und sie brauchen
die gesellschaftliche und internationale Anerkennung und Auseinandersetzung
mit den ihnen zugefügten Verbrechen."
Zeit: Samstag, 03.11.07, 14.30 - ca. 18.30 Uhr
Ort: "Alte Feuerwache", im "Kleinen Forum",
Melchiorstr. 3, 50670 Köln
|