Texte für Menschenrechte

Uta Bronner:
Die Motivation humanitärer Helferinnen und Helfer.

Abstract:
In den letzten Jahren haben aufgrund weltweiter Katastrophen und Konflikte die Bedeutung humanitärer Hilfe und der Bedarf an internationalen Helfern stark zugenommen. Letztere arbeiten freiwillig in Krisen- und Kriegsgebieten, in denen sie sich mitunter lebensbedrohlichen Situationen und der Gefahr psychischer Traumatisierung aussetzen. Empirische Daten über diese Personengruppe sind rar, übertragbare Befunde etwa zu Verantwortungsübernahme und Altruismus werden zusammengefaßt.

Der Artikel geht dann auf der Grundlage qualitativer Interviews mit freiwilligen HelferInnen (n = 14) den Motiven zur Mitwirkung an solchen Einsätzen nach. Sechs Motivdimensionen werden herausgearbeitet: (1) Verantwortung(sbewußtsein) durchgehend als zentraler Beweggrund, (2) Sinnhaftigkeit von Lebensentwurf und der Arbeit, (3) Kulturelle Lernerfahrung und Selbst-»Verortung«, (4) Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung, (5) die Suche nach Alternativen zur gewohnten Lebensführung sowie (6) Anerkennung. Psychische Risiken von Enttäuschung bis zur Selbstgefährdung, die aus diesen Motivlagen erwachsen können, werden diskutiert.