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Texte für Menschenrechte
Ingrid Ingeborg Koop:
Narben auf der Seele. Integrative Traumatherapie mit Folterüberlebenden.
Abstract:
Die folgenden Ausführungen entstanden vor dem Hintergrund
der Integrativen Therapie (nach Petzold, Heinl, Orth u.a.) und aus
der Praxis mit traumatisierten Menschen und Folterüberlebenden,
u.a. in Auslandstätigkeiten in Lateinamerika und Ex-Jugoslawien
und bei REFUGIO Bremen, Behandlungszentrum für traumatisierte
Flüchtlinge. Zur Diagnostik wird mit dem Konzept der »Extremtraumatisierung«
eine notwendige Erweiterung des PTSD-Modells vorgestellt.
Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf einem integrativen traumatherapeutischen
Vorgehen. Zentrale Annahme ist dabei die Einsicht, daß - auch
aufgrund physiologischer Prozesse bei der Entstehung von Traumata
- die Traumabearbeitung mit rein verbal orientierten Psychotherapien
zu kurz greift. Auswirkungen von Foltertraumata auf verschiedene
Bereiche der Identität sowie der Einbezug von Leiblichkeit
in multimodalen therapeutischen Interventionen werden skizziert.
Ergänzende Themen in der Therapie bilden Ressourcenentwicklung,
die (Kontroverse um) direkte Traumabearbeitung, die Bedeutung der
Zeitdimension und die Arbeit an der Schnittstelle von innerer und
äußerer Realität.
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